Sie sind auf bundeswallet.com gestoßen und fragen sich, ob die Plattform seriös ist – oder haben bereits Geld eingezahlt und warten auf eine Auszahlung? Dann lesen Sie diesen Beitrag zuerst. Unsere Analyse der Website zeigt zahlreiche Warnzeichen, die klar gegen ein seriöses Angebot sprechen. Besonders schwer wiegt: Das Impressum von bundeswallet.com missbraucht die Identität eines echten, staatlich beaufsichtigten Finanzunternehmens.
Das Wichtigste in Kürze
- bundeswallet.com präsentiert sich als sichere „digitale Wallet“ zum Senden, Empfangen, Tauschen und „Traden“ von Geld.
- Das Impressum gibt ein reales, BaFin-beaufsichtigtes Unternehmen der Gruppe Börse Stuttgart als Betreiber aus – mit gefälschten bzw. verfälschten Angaben.
- Das genannte Unternehmen ist Opfer eines Identitätsmissbrauchs, nicht der Betreiber der Seite.
- Die Website ist eine substanzlose Vorlage ohne nachweisbare Betriebshistorie.
- Wer bereits eingezahlt hat, sollte keine weiteren Zahlungen leisten, Beweise sichern und Anzeige erstatten.
Was ist BundesWallet?
Die Seite bundeswallet.com wirbt als „sichere digitale Wallet“, mit der man Geld senden, empfangen, tauschen und mehrere Währungen verwalten könne. Angepriesen werden „Bank-Level-Verschlüsselung“, Zwei-Faktor-Authentifizierung, eine Identitätsprüfung (KYC) sowie ein „Start trading“-Bereich. Als einzige Kontaktmöglichkeit dient eine generische E-Mail-Adresse. Nutzer werden aufgefordert, ein Konto anzulegen und Geld einzuzahlen.
So weit die Selbstdarstellung. Bei genauer Prüfung ergibt sich ein anderes Bild.
Die wichtigsten Warnzeichen von bundeswallet.com
1. Gefälschtes Impressum: Missbrauch eines echten, regulierten Unternehmens
Das gravierendste Warnzeichen steht im eigenen Impressum: bundeswallet.com gibt sich als Angebot der EUWAX Aktiengesellschaft bzw. der Boerse Stuttgart Digital Broker GmbH aus – also eines realen, von der BaFin beaufsichtigten Unternehmens der Gruppe Börse Stuttgart.
Ein Abgleich mit dem echten Impressum der EUWAX AG und dem Handelsregister entlarvt die Angaben jedoch als Fälschung:
| Angabe im Impressum von bundeswallet.com | Tatsächliche Angaben der echten EUWAX AG |
| Anschrift: Börsenstraße 6, Stuttgart | Börsenstraße 4, 70174 Stuttgart |
| USt-IdNr.: DE 175092516 | DE 175042226 |
| Handelsregister: HRB 19972, AG Stuttgart | HRB 19972, AG Stuttgart |
| Vorstand: „Dr. Franz Meier, Michael Scheithauer“ | Dragan Radanovic, Dr. Manfred Bernhard Pumbo |
| Aufsichtsratsvorsitz: „Sebastian Lucke“ | tatsächlich andere, im Register eingetragene Personen |
| BaFin-Anschrift: Graurheindorfer Str. 101 / Marie-Curie-Str. 16–18 | Graurheindorfer Str. 108 / Marie-Curie-Str. 24–28 |
Das Muster ist typisch für sogenannten „Cloned-Firm“-Betrug: Kriminelle übernehmen den echten Firmennamen und die echte Handelsregisternummer als Glaubwürdigkeits-Anker und erfinden oder verfälschen den Rest – Adresse, Steuernummer und vor allem die handelnden Personen. Die im Impressum genannten „Vorstände“ entsprechen nicht den tatsächlichen Organen der EUWAX AG.
Wichtig: Die echte EUWAX AG und die Gruppe Börse Stuttgart haben mit bundeswallet.com nichts zu tun. Sie sind – soweit wir das von außen beurteilen können – Geschädigte eines Identitätsmissbrauchs. Das echte Krypto-Angebot der Börse Stuttgart für Privatkunden ist die BISON-App – nicht eine englischsprachige „Wallet“ unter einer .com-Domain.
2. Der Name „BundesWallet“ suggeriert staatliche Autorität
Das Präfix „Bundes-“ weckt bewusst Assoziationen zu staatlichen Einrichtungen wie Bundesbank oder Bundesregierung. Das ist eine gängige Täuschungstaktik. Es gibt kein staatliches „Bundes-Wallet“, und keine deutsche Behörde betreibt eine private Krypto- oder Zahlungs-Wallet. Ein seriöser Anbieter hätte diesen irreführenden Namen nicht nötig.
3. Eine Baukasten-Website ohne Substanz
Die Seite wirkt wie eine Standardvorlage von der Stange:
- Das Firmenlogo wird durchgehend als Platzhalter für eigentlich individuelle Bilder verwendet.
- Die Abschnitte „Testimonials“ (Kundenstimmen) und „Partner“ sind leer – es werden keine echten Kunden oder Partner gezeigt.
- Es werden runde, nicht belegbare Angeberzahlen behauptet (z. B. „10.000+ zufriedene Kunden“, „1.200.000 verarbeitete Transaktionen“).
- Als Kontakt existiert ausschließlich eine E-Mail-Adresse – keine Telefonnummer, kein realer Ansprechpartner, keine überprüfbare Geschäftsadresse.
- Die Seite ist englischsprachig mit umschaltbaren Sprachen (DE/FR/NL) – ein Hinweis auf einen international ausgerollten Betrugs-Baukasten.
4. Keine gewachsene Online-Historie
Seriöse Finanzanbieter hinterlassen über Jahre digitale Spuren: Suchtreffer, Presseberichte, Verlinkungen von anderen Websites. Bei bundeswallet.com fehlt all das nahezu vollständig. Die Domain verfügt über keine nennenswerte Sichtbarkeit in Suchmaschinen und praktisch keine gewachsene Verlinkung durch Dritte – ein starkes Indiz für eine erst kürzlich für diesen Zweck aufgesetzte Seite.
Wie der Betrug typischerweise funktioniert
Plattformen wie diese folgen meist einem bekannten Muster: Einzahlungen sind einfach möglich – und im gefälschten „Dashboard“ erscheinen scheinbar schöne Gewinne. Sobald man sich sein Geld jedoch auszahlen lassen möchte, tauchen plötzlich Hürden auf: angebliche „Steuern“, „Gebühren“ oder „Verifizierungskosten“, die vor der Auszahlung zu zahlen seien. Diese Zahlungen sind selbst Teil der Masche – ausgezahlt wird am Ende nichts.
Häufig folgt eine zweite Betrugswelle: Nach dem ersten Verlust melden sich vermeintliche „Rückholdienste“ oder „Anwälte“, die gegen Vorkasse eine Wiederbeschaffung versprechen (sogenannter Recovery-Scam). Auch davor sollten Sie sich schützen.
Sie haben bereits in BundesWallet eingezahlt? Das sollten Sie jetzt tun
- Keine weiteren Zahlungen leisten. Jede geforderte „Gebühr“ oder „Steuer“ für eine Auszahlung ist Teil des Betrugs.
- Beweise sichern. Erstellen Sie Screenshots der Website und Ihres Kontos, und sichern Sie Transaktions-IDs, Krypto-Wallet-Adressen, Überweisungsbelege sowie sämtliche Chat- und E-Mail-Verläufe.
- Anzeige bei der Polizei erstatten – online über die Internetwache Ihres Bundeslandes oder bei jeder Dienststelle.
- Bank oder Zahlungsdienst informieren. Bei jüngst getätigten Überweisungen oder Kartenzahlungen kann eine schnelle Meldung helfen, Zahlungen ggf. zu stoppen.
- Krypto-Zahlungen nachverfolgen lassen. Anders als oft angenommen sind Blockchain-Transaktionen dauerhaft und öffentlich nachvollziehbar. Eine forensische Analyse kann Geldflüsse sichtbar machen und die weiteren Schritte (Anzeige, Kontaktaufnahme mit Börsen, rechtliche Durchsetzung) fundieren.
Wie Sie gefälschte Krypto-Wallets generell erkennen
- Impressum gegenprüfen: Handelsregisternummer (HRB) im offiziellen Handelsregister nachschlagen und Adresse, Steuernummer sowie die genannten Personen abgleichen. Stimmen Details nicht überein, ist höchste Vorsicht geboten.
- BaFin-Datenbank nutzen: In der Unternehmensdatenbank der BaFin lässt sich prüfen, ob ein Anbieter tatsächlich zugelassen ist. Achten Sie zusätzlich auf die BaFin-Warnliste.
- Auszahlungstest im Kopf: Wird das Einzahlen leicht gemacht, das Auszahlen aber an Gebühren geknüpft, ist das ein klassisches Betrugssignal.
- Druck und Garantien: Dringlichkeit, „garantierte“ Renditen und aggressive Kontaktaufnahme sind Warnzeichen.
- Kontaktwege: Nur eine E-Mail-Adresse, kein Impressum mit ladungsfähiger Anschrift, kein echter Ansprechpartner – Finger weg.
Häufige Fragen zu BundesWallet (bundeswallet.com)
Ist bundeswallet.com seriös?
Nach unserer Analyse sprechen zahlreiche Indizien klar dagegen – insbesondere ein Impressum, das die Identität eines echten regulierten Unternehmens mit verfälschten Angaben missbraucht. Wir raten dringend zur Vorsicht.
Gehört BundesWallet zur Börse Stuttgart oder zur EUWAX AG?
Nein. Die im Impressum genannten Unternehmen sind real, haben aber nach allem, was öffentlich überprüfbar ist, nichts mit bundeswallet.com zu tun. Sie sind Geschädigte eines Identitätsmissbrauchs.
Ich habe Geld an BundesWallet überwiesen – bekomme ich es zurück?
Eine Rückholung ist nie garantiert, aber Krypto-Transaktionen sind auf der Blockchain nachverfolgbar. Sichern Sie umgehend alle Beweise, erstatten Sie Anzeige und lassen Sie die Geldflüsse forensisch analysieren.
Wie erkenne ich, ob eine Krypto-Wallet echt ist?
Prüfen Sie Impressum, Handelsregistereintrag und BaFin-Zulassung, testen Sie gedanklich den Auszahlungsprozess und misstrauen Sie Anbietern mit anonymen Kontaktwegen und Renditeversprechen.


